Unsere "Süsse" hatten wir im Herbst 1996 aus dem Tierheim geholt.
Sie war damals bereits 8 Jahre alt. Am 2. Mai 2007 ist sie friedlich eingeschlafen.

Besonderer Dank gilt an dieser Stelle unserer lieben Tierärztin,
die sehr dazu beigetragen hat, daß unsere Charly so alt werden durfte.

Hier nun die Geschichte unserer Charly:


Rückblick - Herbst 1996 - Tierheim

Wenn mich nicht endlich jemand nimmt, kann ich nicht mehr - Oh, da kommt ja schon wieder jemand - Nein - Die schauen schauen schon wieder nur die kleinen Kätzchen an - Warte mal - Schnupper, schnupper - Die da mit der Jeans-Jacke (Andrea), die riecht vielleicht gut! Die muss mich einfach mitnehmen! - Ich muss mich bemerkbar machen! - Ja, jetzt steht sie beim Sessel - Hopp, hopp - Jetzt hab ich Dich. Ich geh nicht mehr von dir runter. An dieser Jacke kann man sich toll festkrallen. - Ja streichel mich - aber der Mann schüttelt den Kopf und - Oh nein, die Frau setzt mich wieder ab - Nein, Nein, so schnell geb ich nicht auf - Hopp, hopp, hab dich wieder. - Ohhh, schon wieder abgesetzt - Ha gut, dann halt nochmal - Hopp, hopp - Was ist jetzt? Der Mann schüttelt wieder den Kopf. Die beiden diskutieren heftig - Hab ich vielleicht doch eine Chance? - Jetzt hat sie mich doch wieder abgesetzt, wie gemein! - Jetzt mischt sich die andere Frau ein. Wieder wird heftig diskutiert - Ich probier’s nochmal - Hopp, hopp - Schnurr, jetzt werde ich gekrault - Was reden die da so lange? Die sollen mich doch einfach nur mitnehmen - Na ja wenigstens werd ich jetzt nicht mehr runtergesetzt - Schnurr - Jetzt geht der Mann - Hey, was ist mit mir - Nimm mich mit - Ach so er hat den Korb geholt - Jetzt aber schnell rein in den Korb! - So jetzt müssen sie mich mitnehmen! - Sie machen die Korbtür zu, ich bin drin - Miauu (Hurra)


  Ja, so war das! Ich war zu dem Zeitpunkt bereits 8 Jahre alt und puhh von dem Leben vor diesem Zeitpunkt will ich gar nicht reden. Ich hatte furchtbare Angst vor Füssen, vor allem wenn Schuhe dran sind und vor grossen Stöcken. Im Tierheim musste ich dann mit vielen anderen Katzen zusammensein, wo ich mich doch mit anderen Katzen so gar nicht verstehe!

Als mich Andrea mitnahm war ich total abgemagert und krank. Ich hatte einen fürchterlichen Schnupfen und einen Pilz, der alle meine Organe angegriffen hatte.

Ich war so froh endlich ein neue Zuhause gefunden zu haben. Und mein Frauchen hatte immer viel Zeit und Geduld für mich. So fühlte ich mich schon bald sehr wohl und wurde wieder gesund.
Später war sie dann sogar den ganzen Tag zuhause und wir haben viel zusammen gedöst. Nur den immer grösser werdenden Bauch fand ich seltsam. Ich wusste ja noch gar nicht, was da noch alles auf mich zukommt.

Tja, dann war Andrea für 1 1/2 Wochen nicht da. Das hat mir gar nicht gepasst. Als sie dann endlich wieder nachhause kam, hatte sie so ein kleines Bündel Mensch dabei!
Ich war anfangs sehr eifersüchtig. Gleich als Andrea heimkam und sich auf den Sessel setzte, bin ich zu ihr hin. Ich wollte ausgiebig mit ihr schmusen, nachdem sie so lange weg war, aber nach 5 Minuten schrie das Baby und vorbei wars mit dem Kraulen. Anstatt mit mir zu dösen hat sie das Baby (Denise) mitgenommen und mich sogar aus dem Schlafzimmer ausgesperrt. Mich hätte das ja gar nicht gestört, wenn das Baby dabei ist!

Aber na, ja, was soll ich sagen, Denise spielt jetzt Öfter mit mir. Seitdem sie gelernt hat, dass sie mir nicht wehtun darf (ich hab ihr ein paarmal eine "gewischt", wenn’s gar zu arg wurde bzw. ich nicht mehr flüchten konnte), streichelt sie mich öfter ganz lieb.

Etwas anders sieht die Sache mit Simon aus. Ich mochte ihn von Anfang an. Ich weiss selbst nicht genau warum. Da ist es auch gar nicht so schlimm, dass er mich manchmal am Schwanz zieht. Ich hab ihn auch noch kein einziges Mal gekratzt. Er war einfach von Anfang an etwas vorsichtiger mit mir!

Seit einiger Zeit werde ich auch von den Kindern gefüttert - Simon bringt mir meistens mein Fressen und Denise frisches Wasser. Am liebsten mag ich ja aus der Dusche trinken.

Mittlerweile hab ich wieder viel Spass am Leben. Ich gehe gerne draussen auf die Dächer spazieren und jage Legosteine oder sonstige Kleinspielzeug. Ab und zu erwische ich auch einen Käfer oder Nachtfalter. Meine Lieblingsbeschäftigung ist aber nach wie vor Schlafen und Schmusen.

Zwischendurch musste ich nochmal große Ängste ausstehen. Ich hatte einen Darmverschluß und musste operiert werden. Das war so 2001. Zuerst meinten die in der Tierklinik ja, dass ich einen Knoten im Bauch habe, aber als sie nachschauten, stellten sie fest, dass es ein Darmverschluß ist. Das schlimmste war dann die Zeit danach, Andrea durfte mich nicht besuchen und ich hatte so große Angst, dass ich wieder allein sein muss, dass ich gar nicht gesund werden wollte.

Nach einer Woche holte mich mein Frauchen dann doch ab, obwohl ich eigentlich noch gar kein bisschen genesen war. Aber zuhause ging es mir dann schnell besser.

Mit zunehmendem Alter bin ich dann immer müder geworden. Das Spielen strengt einfach zu sehr an. Ab und zu brauchte ich dann wieder Infusionen und Aufbaumittel, aber danach ging es mir immer eine ganze Zeit sehr gut. Desto älter ich wurde, desto mehr genoß ich das Schmusen und Streicheln und vor allem das von Andrea und Stephan angeschaffte, beheizte Wasserbett **schnurrrrrr**

Meine letzten Tage verbrachte ich viel schlafend und am 02. Mai 2007 habe ich mich dann verabschiedet.